VON BEGINN DER PUBERTÄT BIS ZU DEN WECHSELJAHREN BESCHÄFTIGT 
FRAU SICH MIT EINEM GANZ SPEZIELLEN THEMA: DER VERHÜTUNG. + NEIN DANKE, HEUTE 
KEINEN NACHWUCHS!
Kaum etwas anderes als ein positiver Schwangerschaftstest
versetzt das schöne Geschlecht mehr in Panik. Und da auf
Sex zu verzichten, um eine ungewollte Schwangerschaft
oder gar Geschlechtskrankheiten zu vermeiden, meist keine
Option ist, stellt sich die Frage nach dem richtigen Verhü
tungsmittel als verdammt wichtig heraus.
 Der US-Biologe Raymond Pearl führte in den 30er-Jahren
den Pearl-Index ein, um die Effektivität von Verhütungs
mitteln zu bewerten. Demnach lässt sich angeben, wie viele
von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang
Sex haben und die entsprechende Verhütungsmethode
verwenden. Je niedriger der Wert, desto sicherer die Verhü-tungsmethode.
 Der Pearl-Index für Sex ohne jegliche Verhütung läge
demnach übrigens zwischen 30 und 85. Im Schnitt würden
Frauen ohne Verhütung zwischen der Pubertät und den
Wechseljahren jedes zweite Jahr ein Kind zur Welt bringen.
Hier sind die zehn sichersten Verhütungsmittel:
10. DAS KONDOM Zwar hat das Kondom mit 2 bis 12
sicherlich nicht den niedrigsten Wert
im Pearl-Index und liegt somit nur
auf Platz 10 der zuverlässigsten
Verhütungsmittel, allerdings bietet
nur das Kondom Schutz vor sex-
uell übertragbaren Krankheiten wie
Syphilis und Gonorrhoe, vor den
weit verbreiteten Chlamydien, vor HIV
und bei Frauen ohne HPV-Impfung
auch vor Viren, die Gebärmutterhals-
krebs auslösen können. Vor einer
Schwangerschaft schützt das Kon-
dom nur, wenn es richtig verwendet
wird, nicht abrutscht oder reißt.
9. DIE KUPFERSPIRALE Ihren Namen erhielt die Spirale, weil
die sogenannten ersten Intrauterin-pessare die Form einer Spirale hatten.
Heute besteht die Kupferspirale aus
einem T-förmigen Kunststoffstäb-chen, das am Schaft mit Kupferdraht
ummantelt ist. Sie wird von einem
Gynäkologen in die Gebärmutter
eingesetzt und wirkt bis zu fünf Jahre.
Sie sondert kontinuierlich Kupfer-ionen ab, die den Schleim von Mutter-mund oder Gebärmutter verändern.
Die Veränderungen bewirken, dass
Spermien nur schwer zur Eizelle gelan-gen. Sollte doch eine Eizelle befruch-tet werden, kann sie sich nicht in der
Gebärmutter einnisten.
8. DAS HORMONPFLASTER Dadurch dass das Verhütungspflaster
Östrogene und Gestagene (Schwan-
gerschaftshormone) über die Haut ab-
gibt, bietet es doppelten Schutz,
ebenso wie Pillen oder Vaginalringe.
Die enthaltenen Hormone verhindern
den Eisprung und bewirken eine
Verdickung des Muttermundschleims,
der den Spermien den Weg in die
Gebärmutter versperrt. Das Pflaster
hat einen Pearl-Index von 0,72 bis 0,9,
ist allerdings nicht für Frauen über
90 Kilogramm geeignet.
6. DER VAGINALRING Der Ring wird von der Frau selbst in
die Scheide eingeführt und bleibt dort
drei Wochen. Dabei spielt es für die
empfängnisverhütende Wirkung keine
Rolle, wie tief der Verhütungsring ein-
geführt wurde. Nach einer einwöchi-genPause, in der die Frau ihre Periode bekommt, führt die Frau sich einen
neuen Ring ein. Prinzipiell wirkt der
Ring ähnlich wie das Verhütungspflas-ter mit Östro- und Gestagenen und
hat einen Pearl-Index von 0,4 bis 0,65.
4. DIE HORMONSPIRALE Das Prinzip aller hormoneller Verhü-tungsmethoden ist die Unterdrückung
des Eisprungs – eine Ausnahme ist
die Hormonspirale, die nur in der Ge-bärmutter wirkt. Dort gibt sie Gesta-
gene ab und verhindert so eine
Schwangerschaft. Die Hormonspirale
wird von einem Arzt eingesetzt
und wirkt zwischen drei und fünf Jahre.
In ihrer Form ähnelt sie stark der
Kupferspirale und gilt als sicheres Ver-hütungsmittel, da ihr Pearl-Index bei 0,16 liegt.
2. DIE ANTIBABYPILLE Das Kombipräparat gehört zu den be-liebtesten Verhütungsmitteln – gerade
bei jungen Frauen. Die klassische
Pille verhindert durch eine Mischung
aus Östrogenen und Gestagen,
dass bei der Frau der Eisprung eintritt
beziehungsweise, dass die Spermien
bis in die Gebärmutter vordringen
können. Außerdem bildet sich die Ge-bärmutterschleimhaut unter dem
Einfluss der Pille weniger stark aus.
Bleibt der Eisprung also aus, kann die
Eizelle nicht befruchtet werden –
schwanger werden ist daher nicht möglich. Ihr Pearl-Index liegt zwischen
0,1 und 0,9. Das heißt: Von tausend
Frauen, die ein Jahr lang die Pille
nehmen und Sex haben, wird mindes-tens eine trotzdem schwanger. Das
sicherste Verhütungsmittel ist die Pille
damit natürlich nicht.
1. DAS HORMON-
IMPLANTAT Das Gestagen-Stäbchen wird vom
Arzt für drei oder auch fünf Jahre
in den Oberarm eingesetzt und bietet
mit einem Pearl-Index zwischen 0
und 0,08 den zuverlässigsten Schutz
gegen Schwangerschaften. Jedoch
sollten Frauen nur dann das Implantat
in Erwägung ziehen, wenn sie vorher
eine östrogenfreie Pille eingenommen
und gut vertragen haben. Die bei-
den Verhütungsmethoden wirken ähn-
lich, sind aber oft nicht so gut ver-träglich wie Kombinationsmittel aus
Östrogenen und Gestagenen.
7. DIE MINIPILLE Die Minipille enthält keine Östrogene,
sondern nur Gestagene, die auch
Schwangerschaftshormone genannt
werden. Im Unterschied zur »klassi-schen « Pille verhindert die herkömm-liche Minipille den Eisprung nicht. Die
Minipille verändert stattdessen die
Gebärmutterschleimhaut und den
Schleim im Gebärmutterhals. Spermi-en können dadurch nicht mehr in
die Gebärmutter eindringen und eine
eventuell befruchtete Eizelle kann
sich nicht in der Gebärmutterschleim-haut einnisten. Daher ist die Minipille
täglich exakt um die gleiche Zeit
einzunehmen. Bereits eine um ein bis
zwei Stunden verspätete Einnahme
kann die Wirkung aufheben. Der Pearl- Index liegt bei 0,5 bis 3. Die Minipille hat weniger Nebenwirkungen als
andere Mittel, die mehr Hormone ent-halten. Pluspunkt außerdem: Die Thrombosegefahr ist deutlich geringer.
5. DIE DREIMONATS-
SPRITZE Der Arzt spritzt alle drei Monate ein
Präparat, das in hoher Dosis Schwan-gerschaftshormone (Gestagene)
enthält, entweder in den Gesäß- oder
Oberarmmuskel – je nach Art der
Dreimonatsspritze. Die sogenannte
Depotspritze unterdrückt den Ei-sprung über einen Zeitraum von acht
bis zwölf Wochen. Empfehlenswert
ist das nur für Frauen, die keine ande-ren Verhütungsmethoden vertra-
gen.Die Spritze hat Nebenwirkung-
enwie unregelmäßige Blutungen,
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, De-pressionen, Akne und eine leichte Ge-wichtszunahme. Der Pearl-Index 
liegt bei 0,3 bis 1,4.
3. DIE ÖSTROGENFREIE
ANTIBABYPILLE Die östrogenfreie Antibabypille wirkt
mit Gestagenen, ähnlich wie die
Minipille. Nur sind die Hormone bei
der östrogenfreien Pille höher dosiert.
Deshalb verhindert die östrogen-
freie Pille den Eisprung zuverlässig
und erlaubt Schwankungen in der
Einnahmezeit. Ihr Pearl-Index liegt bei
0,14. Nebenwirkungen wie unregel-mäßige Blutungen, Gewichtsverände-rungen oder Akne können auftreten.
Seit Jahrtausenden beschäftigen sich die Menschen damit
Schwangerschaften zu verhindern, sodass sich Frauen
auf skurrile und teils sogar gefährliche Mixturen und Prakti-ken einließen. Wir haben für euch eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Verhütung vorbereitet, die an Ab-surdität kaum zu überbieten ist. DAS ÄLTESTE BEKANNTE REZEPT
GEGEN BABYS 1550 vor Christus versuchte man einer Schwangerschaft
vorzubeugen, indem man Baumwollfasern mit verschieden-en pflanzlichen Stoffen wie Dorn-Akazie, Koloquinte
(eine Flaschenkürbisart) und in Honig zerriebene Datteln
tränkte und in die Scheide einführte. Zwar sieht dieser sogenannte Pessar nicht gerade aphrodisierend aus, eben ein getränkter Lappen, jedoch macht die Zusammen-setzung durchaus Sinn. Selbst heute noch wird eine sper-mienabtötende Substanz aus der Akazie gewonnen, 
die für die Herstellung von empfängnisverhütenden Cremes
verwendet wird. Die Koloquinte ist eine fruchtabtreiben-
de Droge, die jedoch in falscher Dosierung zum Tod führen
kann und deren Verwendung deshalb nicht empfohlen
wird. Trotz alledem wirkte diese Art Gebärmutterzapfen (vor wohlgemerkt zweieinhalbtausend Jahren) doch eher als mechanische Sperre gegen Spermien.
 KROKODIL-WAS? Ein weiteres uraltes Rezept aus dem antiken Griechenland
war eine Zusammensetzung aus Krokodilkot, Honig und
gelöstem Natron. Auch diese Mischung wurde mithilfe einer Art Zäpfchen in die Vagina eingeführt und sollte somit
deren pH-Wert beeinflussen und seine verhütende Wirkung
erzielen. Heute sagt man, dass der Krokodilkot nur in so
fern geholfen haben könnte, dass er durch Keime die Eilei-ter entzündete. PFLANZENHOKUSPOKUS Aristoteles, der im 4. Jahrhundert vor Christus lebte, be-richtete vom Einreiben mit Zedernöl, Bleisalbe oder einem
Weihrauch-Olivenöl-Gemisch. In Indien hingegen soll
eine Mischung aus geklärter Butter namens Ghee und Ho-nig sowie mit Öl vermischtes Steinsalz herkömmliche
Empfängnisverhütung gewesen sein. Die jahrtausendealte
ayurvedische Medizin dort setzte darüber hinaus den Nil-baum wegen seiner empfängnisverhütenden Eigenschaften
ein. Sogar über die Grenzen Indiens hinaus wird berichtet,
dass dort Frauen Blätter kauen in der Hoffnung, nicht
schwanger zu werden. Diese Maßnahme soll tatsächlich viele Monate lang wirken und selbst heutzutage versuchen
Forscher der Pflanze eine gewisse Wirkung nachzuwe-
sen. Zu den bekanntesten pflanzlichen Verhütungsmitteln
gehörten übrigens zurecht besagte Weidenblätter, die, 
wie pharmakologische Untersuchungen bewiesen, durch das enthaltene Östriol den Eisprung verhindern. ABENTEUERLICHE METHODEN
AUCH IN DER NEUZEIT Im frühen 20. Jahrhundert waren Scheidenspülungen weit
verbreitet. Dafür musste die Vagina der Frau direkt nach
dem Geschlechtsverkehr ausgespült werden, wofür wohlha-benden Frauen ein Bidet und ärmere Frauen Hand und
Schüssel nutzten. Ein weiteres Produkt dieser Zeit, dass die
Verhütung gewährleisten sollte, war der Scheiden-Pulver-bläser (Abb. unten), der mindestens genauso absurd aussah
wie es der Name schon vermuten lässt. Mithilfe dieses Ap-parats wurde Zitronenpulver auf den Muttermund gesprüht.
Seinen Zweck hat dieses Verhütungsmittel eher nicht er
füllt. In den fünfziger und sechziger Jahren hatte sich dann
schließlich das Gerücht verbreitet, dass Coca Cola Sperm-ien bewegungslos macht und abtötet, woraufhin Teen-
ager in den USA Spülungen mit dem beliebten Softdrink
vorgenommen haben. Allerdings war die Art der Ver-
hütung vollkommner Unsinn. DAS KONDOM, DER DAUERBRENNER Die Geschichte des zweitbeliebtesten Verhütungsmittel
der Deutschen reicht weit zurück. Allerdings waren sie
damals nicht so hauchzart und anschmiegsam wie heute.
Ein wahrer Durchbruch in der Weiterentwicklung des
Kondoms war das Schafsdarmkondom, das zuerst Mitte
des 17. Jahrhunderts in England hergestellt wurde und
somit das ungeliebte Leinensäckchen ablöste. Ein großer
Fan dieses Produkts war beispielsweise der bekannte Schür-zenjäger Casanova. Mit einem Durchmesser von fünf bis sieben Zentimeter war es jedoch lange nicht so eng wie das moderne Kondom von heute. Eine Revolution im Bereich der Verhütung brachte das Jahr 1844 mit sich, als Charles Goodyear ein Verfahren entwickelte, um eine serienmäßige Herstellung von Gummikondomen zu gewährleisten. 
Sie waren preisgünstig, dehnbar, relativ dünn und ab 1912 sogar erstmals ohne Naht erhältlich, indem sie in einem Glaskolben in Rohgummilösung getaucht wurden. Die Geburtsstunde des modernen Kondoms. WIE ALLES BEGANN ...
DAS PUDER IM SCHEIDEN-PULVERBLÄSER BESTEHT AUS: 50 TEILEN BORSÄURE, 2,5 TEILEN ZITRONENSÄURE, 2,5 TEILEN GERBSÄURE, 10 TEILEN GUMMIARABICUM, 35 TEILEN PUDER
^ ^
CORPUS ANIMA MORBUS RATIO +
VON BEGINN DER PUBERTÄT BIS ZU DEN WECHSELJAHREN BESCHÄFTIGT 
FRAU SICH MIT EINEM GANZ SPEZIELLEN THEMA: DER VERHÜTUNG. + NEIN DANKE, HEUTE 
KEINEN NACHWUCHS!
CORPUS
ANIMA
MORBUS
RATIO
+
Kaum etwas anderes als ein positiver Schwangerschaftstest
versetzt das schöne Geschlecht mehr in Panik. Und da auf
Sex zu verzichten, um eine ungewollte Schwangerschaft
oder gar Geschlechtskrankheiten zu vermeiden, meist keine
Option ist, stellt sich die Frage nach dem richtigen Verhü
tungsmittel als verdammt wichtig heraus.
 Der US-Biologe Raymond Pearl führte in den 30er-Jahren
den Pearl-Index ein, um die Effektivität von Verhütungs
mitteln zu bewerten. Demnach lässt sich angeben, wie viele
von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang
Sex haben und die entsprechende Verhütungsmethode
verwenden. Je niedriger der Wert, desto sicherer die Verhü-tungsmethode.
 Der Pearl-Index für Sex ohne jegliche Verhütung läge
demnach übrigens zwischen 30 und 85. Im Schnitt würden
Frauen ohne Verhütung zwischen der Pubertät und den
Wechseljahren jedes zweite Jahr ein Kind zur Welt bringen.
Hier sind die zehn sichersten Verhütungsmittel:
10. DAS KONDOM Zwar hat das Kondom mit 2 bis 12
sicherlich nicht den niedrigsten Wert
im Pearl-Index und liegt somit nur
auf Platz 10 der zuverlässigsten
Verhütungsmittel, allerdings bietet
nur das Kondom Schutz vor sex-
uell übertragbaren Krankheiten wie
Syphilis und Gonorrhoe, vor den
weit verbreiteten Chlamydien, vor HIV
und bei Frauen ohne HPV-Impfung
auch vor Viren, die Gebärmutterhals-
krebs auslösen können. Vor einer
Schwangerschaft schützt das Kon-
dom nur, wenn es richtig verwendet
wird, nicht abrutscht oder reißt.
9. DIE KUPFERSPIRALE Ihren Namen erhielt die Spirale, weil
die sogenannten ersten Intrauterin-pessare die Form einer Spirale hatten.
Heute besteht die Kupferspirale aus
einem T-förmigen Kunststoffstäb-chen, das am Schaft mit Kupferdraht
ummantelt ist. Sie wird von einem
Gynäkologen in die Gebärmutter
eingesetzt und wirkt bis zu fünf Jahre.
Sie sondert kontinuierlich Kupfer-ionen ab, die den Schleim von Mutter-mund oder Gebärmutter verändern.
Die Veränderungen bewirken, dass
Spermien nur schwer zur Eizelle gelan-gen. Sollte doch eine Eizelle befruch-tet werden, kann sie sich nicht in der
Gebärmutter einnisten.
8. DAS HORMONPFLASTER Dadurch dass das Verhütungspflaster
Östrogene und Gestagene (Schwan-
gerschaftshormone) über die Haut ab-
gibt, bietet es doppelten Schutz,
ebenso wie Pillen oder Vaginalringe.
Die enthaltenen Hormone verhindern
den Eisprung und bewirken eine
Verdickung des Muttermundschleims,
der den Spermien den Weg in die
Gebärmutter versperrt. Das Pflaster
hat einen Pearl-Index von 0,72 bis 0,9,
ist allerdings nicht für Frauen über
90 Kilogramm geeignet.
7. DIE MINIPILLE Die Minipille enthält keine Östrogene,
sondern nur Gestagene, die auch
Schwangerschaftshormone genannt
werden. Im Unterschied zur »klassi-schen « Pille verhindert die herkömm-liche Minipille den Eisprung nicht. Die
Minipille verändert stattdessen die
Gebärmutterschleimhaut und den
Schleim im Gebärmutterhals. Spermi-en können dadurch nicht mehr in
die Gebärmutter eindringen und eine
eventuell befruchtete Eizelle kann
sich nicht in der Gebärmutterschleim-haut einnisten. Daher ist die Minipille
täglich exakt um die gleiche Zeit
einzunehmen. Bereits eine um ein bis
zwei Stunden verspätete Einnahme
kann die Wirkung aufheben. Der Pearl- Index liegt bei 0,5 bis 3. Die Minipille hat weniger Nebenwirkungen als
andere Mittel, die mehr Hormone ent-halten. Pluspunkt außerdem: Die Thrombosegefahr ist deutlich geringer.
6. DER VAGINALRING Der Ring wird von der Frau selbst in
die Scheide eingeführt und bleibt dort
drei Wochen. Dabei spielt es für die
empfängnisverhütende Wirkung keine
Rolle, wie tief der Verhütungsring ein-
geführt wurde. Nach einer einwöchi-genPause, in der die Frau ihre Periode bekommt, führt die Frau sich einen
neuen Ring ein. Prinzipiell wirkt der
Ring ähnlich wie das Verhütungspflas-ter mit Östro- und Gestagenen und
hat einen Pearl-Index von 0,4 bis 0,65. 5. DIE DREIMONATS-
SPRITZE Der Arzt spritzt alle drei Monate ein
Präparat, das in hoher Dosis Schwan-gerschaftshormone (Gestagene)
enthält, entweder in den Gesäß- oder
Oberarmmuskel – je nach Art der
Dreimonatsspritze. Die sogenannte
Depotspritze unterdrückt den Ei-sprung über einen Zeitraum von acht
bis zwölf Wochen. Empfehlenswert
ist das nur für Frauen, die keine ande-ren Verhütungsmethoden vertra-
gen.Die Spritze hat Nebenwirkung-
enwie unregelmäßige Blutungen,
Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, De-pressionen, Akne und eine leichte Ge-wichtszunahme. Der Pearl-Index 
liegt bei 0,3 bis 1,4.
4. DIE HORMONSPIRALE Das Prinzip aller hormoneller Verhü-tungsmethoden ist die Unterdrückung
des Eisprungs – eine Ausnahme ist
die Hormonspirale, die nur in der Ge-bärmutter wirkt. Dort gibt sie Gesta-
gene ab und verhindert so eine
Schwangerschaft. Die Hormonspirale
wird von einem Arzt eingesetzt
und wirkt zwischen drei und fünf Jahre.
In ihrer Form ähnelt sie stark der
Kupferspirale und gilt als sicheres Ver-hütungsmittel, da ihr Pearl-Index bei 0,16 liegt. 3. DIE ÖSTROGENFREIE
ANTIBABYPILLE Die östrogenfreie Antibabypille wirkt
mit Gestagenen, ähnlich wie die
Minipille. Nur sind die Hormone bei
der östrogenfreien Pille höher dosiert.
Deshalb verhindert die östrogen-
freie Pille den Eisprung zuverlässig
und erlaubt Schwankungen in der
Einnahmezeit. Ihr Pearl-Index liegt bei
0,14. Nebenwirkungen wie unregel-mäßige Blutungen, Gewichtsverände-rungen oder Akne können auftreten. 2. DIE ANTIBABYPILLE Das Kombipräparat gehört zu den be-liebtesten Verhütungsmitteln – gerade
bei jungen Frauen. Die klassische
Pille verhindert durch eine Mischung
aus Östrogenen und Gestagen,
dass bei der Frau der Eisprung eintritt
beziehungsweise, dass die Spermien
bis in die Gebärmutter vordringen
können. Außerdem bildet sich die Ge-bärmutterschleimhaut unter dem
Einfluss der Pille weniger stark aus.
Bleibt der Eisprung also aus, kann die
Eizelle nicht befruchtet werden –
schwanger werden ist daher nicht möglich. Ihr Pearl-Index liegt zwischen
0,1 und 0,9. Das heißt: Von tausend
Frauen, die ein Jahr lang die Pille
nehmen und Sex haben, wird mindes-tens eine trotzdem schwanger. Das
sicherste Verhütungsmittel ist die Pille
damit natürlich nicht.
1. DAS HORMON-
IMPLANTAT Das Gestagen-Stäbchen wird vom
Arzt für drei oder auch fünf Jahre
in den Oberarm eingesetzt und bietet
mit einem Pearl-Index zwischen 0
und 0,08 den zuverlässigsten Schutz
gegen Schwangerschaften. Jedoch
sollten Frauen nur dann das Implantat
in Erwägung ziehen, wenn sie vorher
eine östrogenfreie Pille eingenommen
und gut vertragen haben. Die bei-
den Verhütungsmethoden wirken ähn-
lich, sind aber oft nicht so gut ver-träglich wie Kombinationsmittel aus
Östrogenen und Gestagenen.
Seit Jahrtausenden beschäftigen sich die Menschen damit
Schwangerschaften zu verhindern, sodass sich Frauen
auf skurrile und teils sogar gefährliche Mixturen und Prakti-ken einließen. Wir haben für euch eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der Verhütung vorbereitet, die an Ab-surdität kaum zu überbieten ist. DAS ÄLTESTE BEKANNTE REZEPT
GEGEN BABYS 1550 vor Christus versuchte man einer Schwangerschaft
vorzubeugen, indem man Baumwollfasern mit verschieden-en pflanzlichen Stoffen wie Dorn-Akazie, Koloquinte
(eine Flaschenkürbisart) und in Honig zerriebene Datteln
tränkte und in die Scheide einführte. Zwar sieht dieser sogenannte Pessar nicht gerade aphrodisierend aus, eben ein getränkter Lappen, jedoch macht die Zusammen-setzung durchaus Sinn. Selbst heute noch wird eine sper-mienabtötende Substanz aus der Akazie gewonnen, 
die für die Herstellung von empfängnisverhütenden Cremes
verwendet wird. Die Koloquinte ist eine fruchtabtreiben-
de Droge, die jedoch in falscher Dosierung zum Tod führen
kann und deren Verwendung deshalb nicht empfohlen
wird. Trotz alledem wirkte diese Art Gebärmutterzapfen (vor wohlgemerkt zweieinhalbtausend Jahren) doch eher als mechanische Sperre gegen Spermien.
 KROKODIL-WAS? Ein weiteres uraltes Rezept aus dem antiken Griechenland
war eine Zusammensetzung aus Krokodilkot, Honig und
gelöstem Natron. Auch diese Mischung wurde mithilfe einer Art Zäpfchen in die Vagina eingeführt und sollte somit
deren pH-Wert beeinflussen und seine verhütende Wirkung
erzielen. Heute sagt man, dass der Krokodilkot nur in so
fern geholfen haben könnte, dass er durch Keime die Eilei-ter entzündete. WIE ALLES BEGANN ...
PFLANZENHOKUSPOKUS Aristoteles, der im 4. Jahrhundert vor Christus lebte, be-richtete vom Einreiben mit Zedernöl, Bleisalbe oder einem
Weihrauch-Olivenöl-Gemisch. In Indien hingegen soll
eine Mischung aus geklärter Butter namens Ghee und Ho-nig sowie mit Öl vermischtes Steinsalz herkömmliche
Empfängnisverhütung gewesen sein. Die jahrtausendealte
ayurvedische Medizin dort setzte darüber hinaus den Nil-baum wegen seiner empfängnisverhütenden Eigenschaften
ein. Sogar über die Grenzen Indiens hinaus wird berichtet,
dass dort Frauen Blätter kauen in der Hoffnung, nicht
schwanger zu werden. Diese Maßnahme soll tatsächlich viele Monate lang wirken und selbst heutzutage versuchen
Forscher der Pflanze eine gewisse Wirkung nachzuwe-
sen. Zu den bekanntesten pflanzlichen Verhütungsmitteln
gehörten übrigens zurecht besagte Weidenblätter, die, 
wie pharmakologische Untersuchungen bewiesen, durch das enthaltene Östriol den Eisprung verhindern. ABENTEUERLICHE METHODEN
AUCH IN DER NEUZEIT Im frühen 20. Jahrhundert waren Scheidenspülungen weit
verbreitet. Dafür musste die Vagina der Frau direkt nach
dem Geschlechtsverkehr ausgespült werden, wofür wohlha-benden Frauen ein Bidet und ärmere Frauen Hand und
Schüssel nutzten. Ein weiteres Produkt dieser Zeit, dass die
Verhütung gewährleisten sollte, war der Scheiden-Pulver-bläser (Abb. unten), der mindestens genauso absurd aussah
wie es der Name schon vermuten lässt. Mithilfe dieses Ap-parats wurde Zitronenpulver auf den Muttermund gesprüht.
Seinen Zweck hat dieses Verhütungsmittel eher nicht er
füllt. In den fünfziger und sechziger Jahren hatte sich dann
schließlich das Gerücht verbreitet, dass Coca Cola Sperm-ien bewegungslos macht und abtötet, woraufhin Teen-
ager in den USA Spülungen mit dem beliebten Softdrink
vorgenommen haben. Allerdings war die Art der Ver-
hütung vollkommner Unsinn. DAS KONDOM, DER DAUERBRENNER Die Geschichte des zweitbeliebtesten Verhütungsmittel
der Deutschen reicht weit zurück. Allerdings waren sie
damals nicht so hauchzart und anschmiegsam wie heute.
Ein wahrer Durchbruch in der Weiterentwicklung des
Kondoms war das Schafsdarmkondom, das zuerst Mitte
des 17. Jahrhunderts in England hergestellt wurde und
somit das ungeliebte Leinensäckchen ablöste. Ein großer
Fan dieses Produkts war beispielsweise der bekannte Schür-zenjäger Casanova. Mit einem Durchmesser von fünf bis sieben Zentimeter war es jedoch lange nicht so eng wie das moderne Kondom von heute. Eine Revolution im Bereich der Verhütung brachte das Jahr 1844 mit sich, als Charles Goodyear ein Verfahren entwickelte, um eine serienmäßige Herstellung von Gummikondomen zu gewährleisten. 
Sie waren preisgünstig, dehnbar, relativ dünn und ab 1912 sogar erstmals ohne Naht erhältlich, indem sie in einem Glaskolben in Rohgummilösung getaucht wurden. Die Geburtsstunde des modernen Kondoms.
DAS PUDER IM SCHEIDEN-PULVERBLÄSER BESTEHT AUS: 50 TEILEN BORSÄURE, 2,5 TEILEN ZITRONENSÄURE, 2,5 TEILEN GERBSÄURE, 10 TEILEN GUMMIARABICUM, 35 TEILEN PUDER