+ DIE AKTE MONSANTO
CORPUS +
ANIMA MORBUS EINE MAMMUT-FUSION Aus gegebenem Anlass: Umweltskandale, plötzlich aufge-deckte Ausbeutung von Dritte-Welt-Ländern und das denun-ziatorische Eliminieren von Gegnern können einem großen Konzern wie Monsanto durchaus Schaden zufügen. Staub 
wird aufgewirbelt, im Zweifelsfall sind diejenigen, die den 
Staub sehen, empört, bewegt und entsetzt und … der Staub 
legt sich wieder, es kehrt Ruhe ein, bis zum nächsten Skan-
dal. Eine fatale Dynamik, die leider dafür sorgt, dass der 
Konzern Monsanto in Ruheperioden sein Einflussgebiet er-
weitern kann. Die Meldung, die seit dem 09. Mai 2016 durch
die Medien geistert, lässt einen kurz aufhorchen. Monsanto?
Wer war das noch gleich? Wieso kauft die BAYER-AG, ein Kon-zern, der allein im Jahr 2015 einen Umsatz von 46,324 Mrd. € erwirtschaftet hat, und der in den Bereichen Pharma, Pflan-zenschutz, Chemie und Kunststoffe tätig ist, Monsanto, einen
Konzern, der im Jahr 2015 einen Umsatz von 13,502 Mrd. US-$ erwirtschaftet hat und dem darüber hinaus 90 % der weltwei-ten GVOs ( genetisch veränderte Organismen )gehören? Aus Sicht der beiden Konzern ganz klar! »… Um der Menschheit bei einer ihrer größten Herausforderungen zu helfen: Wie ernährt man eine schnellwachsende Weltbevölkerung und das nach-haltig! « Sehr schön gesagt, Herr Baumann … Alle Achtung! 
 Hach ja, im Fernsehen sieht die Übernahme so herrlich 
harmlos aus. Werner Baumann, der Chef von Bayer, schüttelt glücklich und erleichtert die Hand des derzeitigen Monsan-
to- Chefs, Hugh Grant ( nicht zu verwechseln mit dem Bridget Jones oder Notting Hill Darsteller, Hugh Grant ). Kein Wun-
der, dass Herr Baumann erleichtert ist. Eine schiere Ewigkeit
dauerten die Verhandlungen zwischen BAYER und Monsan-
to, bis der Monsanto-Chef schlussendlich einwilligte und 
der BAYER-AG den Konzern für etwa 66 Mrd. € verkaufte. 
Mit vor Stolz geschwellter Brust stehen beide vor einer Lein-wand, auf der, natürlich ganz landwirtschaftlich-bodenstän-
dig, goldgelbe Ähren ihre Köpfe in einen wolkenlos-blauen Himmel recken. Es fallen Wörter wie »profitabel« und »Hilfe für Landwirte«, »nachträglich« und so weiter … Es wundert 
einen, dass den beiden vor lauter Rührseligkeit über die ei-
gene Menschlichkeitsagenda nicht die Tränen kommen. 
 Schnell ist klar: Es handelt sich um ein bares Medienspiel,
ein Deckmantel aus positiven Schlagwörtern hinter denen
eine lange und schockierende Historie der Ausbeutung, der
Mutationen und dem Sterben von Menschen verdeckt wird.
Dioxine, 2,4,5-Trichlorphenol, Rindersterben, Agent Orange …
Ist es möglich, dass solche Schlagwörter angebrachter wären
als »… Ernährung der Weltbevölkerung«?
^ ^
RATIO
KONKURRENTEN? AUFKAUFEN! Zwischen 1995 und 2005 hat Monsanto weltweit etwa 50 Saatgutfirmen aufgekauft,ndie Soja, Mais, Hirse, Getreidesaat, aber auch die Saat von Baumwolle, Tomaten undnanderen Nahrungsmitteln herstellen.
 Durch die schrittweise Übernahme von Konkurrenzunternehmen bewegt sich Monsanto immer weiter in die Position eines alleinigen Anbieters für Saatgut. Dadurch kann Monsanto nach und nach das genetisch unveränderte Saatgut »vom Markt nehmen« und gleichzeitig forcieren, dass alle Landwirte, die auf Saatguthändler angewiesen sind, bei Monsanto Saatgut kaufen. Das ist ein lukratives Geschäft, denn, wie bereits erwähnt, hat Monsanto mit seinem Patentrecht das Wiederaussäen von Monsanto- Saat verboten. Für Farmer in den USA kann dies ein schwerwiegendes, finanzielles Problem darstellen. Für Farmer in Entwicklungsländern wie z. B. Indien bedeutet dies allerdings vermeintlich den wirtschaftlichen Ruin. Nicht zuletzt deswegen, weil Monsantos Versprechen, dank genetisch veränderter Baumwolle, müssten keine Insektizide mehr auf die Baumwolle gesprüht werden, sich als falsch herausstellt. Das heißt indische Landwirte sind der Doppelbelastung ausgesetzt. Zum einen müssen sie höhere Preise für das Monsanto Saatgut zahlen – und das jährlich wieder – und zum anderen sind sie trotzdem gezwungen Insektizid zu kaufen. Zum Vergleich: die von Monsanto vertriebene Baumwolle ist in etwa vier Mal so teuer wie gewöhnliche Baumwolle. »PROTECTING OUR INVESTMENTS« – 
DIE GEN-POLIZEI Vergessen wir mal die ganzen unbequemen Nebeneffekte von Roundup und Roundup-Ready-Soja. Aus wissenschaftlicher Sicht hat Monsanto schon eine enorme Leistung vollbracht, deren Entwicklung riesige Investments erfordert hat. Da ist es nicht verwunderlich, dass Monsanto sein geistiges Eigentum schützen will.
 Entscheidet sich ein Landwirt beispielsweise dafür, Roundup-Ready-Soja auszusäen, muss er vorher einen sogenannten »Technologie-Nutzungsvertrag« unterschreiben, in dem er einwilligt, das Patentrecht des Unternehmens zu respektieren. Das heißt im Klartext: Anders als bei genetisch unberührten Sojapflanzen, darf ein Landwirt, der gentechnisch verändertes Soja kauft, kein Saatgut von der Ernte zum Aussäen für das nächste Jahr aufbewahren, sondern muss im Folgejahr wieder Saatgut von Monsanto kaufen. Das Einhalten des Vertrags zu überprüfen ist organisatorisch ein hoher Aufwand für Monsanto, vermutet man. Denn woher soll der Konzern wissen, ob ein Landwirt nicht doch Saatgut aufbewahrt, um es im Folgejahr auszusäen? Zum Beispiel durch die Hilfe von Privatdetektiven. Es lassen sich hunderte von Fällen finden, in denen beschrieben wird, dass Monsanto Landwirte in einen Rechtsstreit verwickelt hat, weil diese angeblich die vertragliche Vereinbarung, kein Saatgut aufzubewahren, verletzt hätten. Monsanto verfolgt daneben noch eine andere Strategie, um einfacher und geldsparender vermeintliche Vertragsbrecher ausfindig zu machen. Der Konzern hat eine Hotline eingerichtet, bei der Landwirte andere Landwirte aus der Nachbarschaft melden können, sollten diese unter Verdacht stehen, den Vertrag mit Monsanto verletzt zu haben. TRANSGENE VERUNREINIGUNG Als Transgene Verunreinigung bezeichnet man den Vorgang, bei dem sich genetisch veränderte Organismen mit genetisch unberührten Organismen kreuzen. Transgene Verunreinigung ist ein wachsendes Problem, denn die veränderten Gene von z.B. Monsanto-Mais vererben sich dominant gegenüber den unveränderten, natürlichen. 
 Zum Schutz der Artenvielfalt des Maises hat Mexiko den Anbau von genetisch verändertem Mais verboten. Dennoch zeigten Untersuchungen, dass mexikanischer Mais genetisch verunreinigt ist und das Roundup-Ready-Gen enthält. Denkt man darüber nach, stellt sich einem die Frage, inwieweit genetisch veränderte Pflanzen eine Gefährdung für die natürliche Flora darstellen, und ob genetisch veränderte Organismen das Potential haben unbeaufsichtigt zum Aussterben von genetisch unberührten Organismen beizutragen.
+ Das Geschäft mit dem Krieg
1955–1975: Was soll eine Weltmacht wie die USA unternehmen, wenn sie kurz davor
ist den Krieg gegen das kleine Land Vietnam zu verlieren, weil die Einheimischen
im Dickicht des Dschungels besser agieren als die US-Amerikaner, die vielleicht zum
ersten Mal im Leben den Dschungel sehen? Den Dschungel entlauben natürlich!
Und mit wem könnte die US-Regierung da besser Geschäfte machen als mit einem
Konzern wie Monsanto. Beziehungsweise mit Mobay, einem Gemeinschaftsunter-nehmenvon Monsanto und der BAYER AG, welches das Entlaubungsmittel zur Verfügungstellte. 60 Millionen Liter Agent Orange wurden über den Wäldern Vietnamsverteilt, was in etwa einer Menge von 400 Kilogramm reinen Dioxinen entspricht.Dabei wurden nicht nur Einwohner Vietnams vergiftet, sondern auch Soldaten der US-Amerikanischen Armee.
Diese litten später, ebenso wie die vietnamesische Bevölkerung, unter den Folgen der Vergiftung, unter Krebs und missgebildetem Nachwuchs. Infolgedessen forderten dienKriegsveteranen Entschädigungsgeld von Monsanto. Aus heutiger Sicht ist es regelrecht absurd, dass Monsanto damals versucht hat, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Agent Orange, beziehungsweise dessen Hauptinhaltsstoff, 2,4,5-T, unschädlich sei. Wir wissen, dass heute noch Kinder wegen der Lagezeitfolgen des Agent Orange-Einsatzes mit Fehlbildungen geboren werden, dass unzählige Krebserkrankungen auf den Einsatz des Herbizids zurückzuführen sind. Monsanto wollte die protestierenden Veteranen mit einer Studie über die Langzeitwirkung von Dioxinen besänftigen. Dabei ging der Konzern folgendermaßen vor: 1949 gab es eine Explosion in einem Monsanto-Werk in Nitro, in dem 2,4,5-T hergestellt wurde. Die dort arbeitenden Angestellten litten nach der Explosion an Chlorakne, da sie mit den Dioxinen in 2,4,5-T in Kontakt gekommen waren ( Ein kleiner Fakt am Rande: Vor der Explosion in Nitro behauptete Monsanto Dioxine würden keine negative Wirkung auf den Organismus ausüben ). Dreißig Jahre später, zur Zeit der Veteranen-Proteste, ließ Monsanto die gesundheitlichen Werte derjenigen Arbeiter, die 49 bei der Explosion mit Dioxinen in Kontakt gekommen waren, mit denjenigen vergleichen, die keinen Kontakt mit Dioxinen hatten. Da bei den Untersuchungen jedoch ersichtlich wurde, dass Dioxine sehr wohl krebserregend waren, verfälschte Monsanto die Unterlagen so, dass aus der Untersuchung hervorging: Dioxine sind nicht krebserregend. Kein Veteran, der mit Agent Orange in Kontakt gekommen war, erhielt eine Entschä-digungszahlung – ganz zu Schweigen von den Einwohnern Vietnams.
+ DIE AKTE MONSANTO
CORPUS
ANIMA
MORBUS
+
RATIO
EINE MAMMUT-FUSION Aus gegebenem Anlass: Umweltskandale, plötzlich aufge-deckte Ausbeutung von Dritte-Welt-Ländern und das denun-ziatorische Eliminieren von Gegnern können einem großen Konzern wie Monsanto durchaus Schaden zufügen. Staub 
wird aufgewirbelt, im Zweifelsfall sind diejenigen, die den 
Staub sehen, empört, bewegt und entsetzt und … der Staub 
legt sich wieder, es kehrt Ruhe ein, bis zum nächsten Skan-
dal. Eine fatale Dynamik, die leider dafür sorgt, dass der 
Konzern Monsanto in Ruheperioden sein Einflussgebiet er-
weitern kann. Die Meldung, die seit dem 09. Mai 2016 durch
die Medien geistert, lässt einen kurz aufhorchen. Monsanto?
Wer war das noch gleich? Wieso kauft die BAYER-AG, ein Kon-zern, der allein im Jahr 2015 einen Umsatz von 46,324 Mrd. € erwirtschaftet hat, und der in den Bereichen Pharma, Pflan-zenschutz, Chemie und Kunststoffe tätig ist, Monsanto, einen
Konzern, der im Jahr 2015 einen Umsatz von 13,502 Mrd. US-$ erwirtschaftet hat und dem darüber hinaus 90 % der weltwei-ten GVOs ( genetisch veränderte Organismen )gehören? Aus Sicht der beiden Konzern ganz klar! »… Um der Menschheit bei einer ihrer größten Herausforderungen zu helfen: Wie ernährt man eine schnellwachsende Weltbevölkerung und das nach-haltig! « Sehr schön gesagt, Herr Baumann … Alle Achtung! 
 Hach ja, im Fernsehen sieht die Übernahme so herrlich 
harmlos aus. Werner Baumann, der Chef von Bayer, schüttelt glücklich und erleichtert die Hand des derzeitigen Monsan-
to- Chefs, Hugh Grant ( nicht zu verwechseln mit dem Bridget Jones oder Notting Hill Darsteller, Hugh Grant ). Kein Wun-
der, dass Herr Baumann erleichtert ist. Eine schiere Ewigkeit
dauerten die Verhandlungen zwischen BAYER und Monsan-
to, bis der Monsanto-Chef schlussendlich einwilligte und 
der BAYER-AG den Konzern für etwa 66 Mrd. € verkaufte. 
Mit vor Stolz geschwellter Brust stehen beide vor einer Lein-wand, auf der, natürlich ganz landwirtschaftlich-bodenstän-
dig, goldgelbe Ähren ihre Köpfe in einen wolkenlos-blauen Himmel recken. Es fallen Wörter wie »profitabel« und »Hilfe für Landwirte«, »nachträglich« und so weiter … Es wundert 
einen, dass den beiden vor lauter Rührseligkeit über die ei-
gene Menschlichkeitsagenda nicht die Tränen kommen. 
 Schnell ist klar: Es handelt sich um ein bares Medienspiel,
ein Deckmantel aus positiven Schlagwörtern hinter denen
eine lange und schockierende Historie der Ausbeutung, der
Mutationen und dem Sterben von Menschen verdeckt wird.
Dioxine, 2,4,5-Trichlorphenol, Rindersterben, Agent Orange …
Ist es möglich, dass solche Schlagwörter angebrachter wären
als »… Ernährung der Weltbevölkerung«?
KONKURRENTEN? AUFKAUFEN! Zwischen 1995 und 2005 hat Monsanto weltweit etwa 50 Saatgutfirmen aufgekauft,ndie Soja, Mais, Hirse, Getreidesaat, aber auch die Saat von Baumwolle, Tomaten undnanderen Nahrungsmitteln herstellen.
 Durch die schrittweise Übernahme von Konkurrenzunternehmen bewegt sich Monsanto immer weiter in die Position eines alleinigen Anbieters für Saatgut. Dadurch kann Monsanto nach und nach das genetisch unveränderte Saatgut »vom Markt nehmen« und gleichzeitig forcieren, dass alle Landwirte, die auf Saatguthändler angewiesen sind, bei Monsanto Saatgut kaufen. Das ist ein lukratives Geschäft, denn, wie bereits erwähnt, hat Monsanto mit seinem Patentrecht das Wiederaussäen von Monsanto- Saat verboten. Für Farmer in den USA kann dies ein schwerwiegendes, finanzielles Problem darstellen. Für Farmer in Entwicklungsländern wie z. B. Indien bedeutet dies allerdings vermeintlich den wirtschaftlichen Ruin. Nicht zuletzt deswegen, weil Monsantos Versprechen, dank genetisch veränderter Baumwolle, müssten keine Insektizide mehr auf die Baumwolle gesprüht werden, sich als falsch herausstellt. Das heißt indische Landwirte sind der Doppelbelastung ausgesetzt. Zum einen müssen sie höhere Preise für das Monsanto Saatgut zahlen – und das jährlich wieder – und zum anderen sind sie trotzdem gezwungen Insektizid zu kaufen. Zum Vergleich: die von Monsanto vertriebene Baumwolle ist in etwa vier Mal so teuer wie gewöhnliche Baumwolle. »PROTECTING OUR INVESTMENTS« – 
DIE GEN-POLIZEI Vergessen wir mal die ganzen unbequemen Nebeneffekte von Roundup und Roundup-Ready-Soja. Aus wissenschaftlicher Sicht hat Monsanto schon eine enorme Leistung vollbracht, deren Entwicklung riesige Investments erfordert hat. Da ist es nicht verwunderlich, dass Monsanto sein geistiges Eigentum schützen will.
 Entscheidet sich ein Landwirt beispielsweise dafür, Roundup-Ready-Soja auszusäen, muss er vorher einen sogenannten »Technologie-Nutzungsvertrag« unterschreiben, in dem er einwilligt, das Patentrecht des Unternehmens zu respektieren. Das heißt im Klartext: Anders als bei genetisch unberührten Sojapflanzen, darf ein Landwirt, der gentechnisch verändertes Soja kauft, kein Saatgut von der Ernte zum Aussäen für das nächste Jahr aufbewahren, sondern muss im Folgejahr wieder Saatgut von Monsanto kaufen. Das Einhalten des Vertrags zu überprüfen ist organisatorisch ein hoher Aufwand für Monsanto, vermutet man. Denn woher soll der Konzern wissen, ob ein Landwirt nicht doch Saatgut aufbewahrt, um es im Folgejahr auszusäen? Zum Beispiel durch die Hilfe von Privatdetektiven. Es lassen sich hunderte von Fällen finden, in denen beschrieben wird, dass Monsanto Landwirte in einen Rechtsstreit verwickelt hat, weil diese angeblich die vertragliche Vereinbarung, kein Saatgut aufzubewahren, verletzt hätten. Monsanto verfolgt daneben noch eine andere Strategie, um einfacher und geldsparender vermeintliche Vertragsbrecher ausfindig zu machen. Der Konzern hat eine Hotline eingerichtet, bei der Landwirte andere Landwirte aus der Nachbarschaft melden können, sollten diese unter Verdacht stehen, den Vertrag mit Monsanto verletzt zu haben. TRANSGENE VERUNREINIGUNG Als Transgene Verunreinigung bezeichnet man den Vorgang, bei dem sich genetisch veränderte Organismen mit genetisch unberührten Organismen kreuzen. Transgene Verunreinigung ist ein wachsendes Problem, denn die veränderten Gene von z.B. Monsanto-Mais vererben sich dominant gegenüber den unveränderten, natürlichen. 
 Zum Schutz der Artenvielfalt des Maises hat Mexiko den Anbau von genetisch verändertem Mais verboten. Dennoch zeigten Untersuchungen, dass mexikanischer Mais genetisch verunreinigt ist und das Roundup-Ready-Gen enthält. Denkt man darüber nach, stellt sich einem die Frage, inwieweit genetisch veränderte Pflanzen eine Gefährdung für die natürliche Flora darstellen, und ob genetisch veränderte Organismen das Potential haben unbeaufsichtigt zum Aussterben von genetisch unberührten Organismen beizutragen.
+ Das Geschäft mit dem Krieg
1955–1975: Was soll eine Weltmacht wie die USA unternehmen, wenn sie kurz davor
ist den Krieg gegen das kleine Land Vietnam zu verlieren, weil die Einheimischen
im Dickicht des Dschungels besser agieren als die US-Amerikaner, die vielleicht zum
ersten Mal im Leben den Dschungel sehen? Den Dschungel entlauben natürlich!
Und mit wem könnte die US-Regierung da besser Geschäfte machen als mit einem
Konzern wie Monsanto. Beziehungsweise mit Mobay, einem Gemeinschaftsunter-nehmenvon Monsanto und der BAYER AG, welches das Entlaubungsmittel zur Verfügungstellte. 60 Millionen Liter Agent Orange wurden über den Wäldern Vietnamsverteilt, was in etwa einer Menge von 400 Kilogramm reinen Dioxinen entspricht.Dabei wurden nicht nur Einwohner Vietnams vergiftet, sondern auch Soldaten der US-Amerikanischen Armee.
Diese litten später, ebenso wie die vietnamesische Bevölkerung, unter den Folgen der Vergiftung, unter Krebs und missgebildetem Nachwuchs. Infolgedessen forderten dienKriegsveteranen Entschädigungsgeld von Monsanto. Aus heutiger Sicht ist es regelrecht absurd, dass Monsanto damals versucht hat, die Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass Agent Orange, beziehungsweise dessen Hauptinhaltsstoff, 2,4,5-T, unschädlich sei. Wir wissen, dass heute noch Kinder wegen der Lagezeitfolgen des Agent Orange-Einsatzes mit Fehlbildungen geboren werden, dass unzählige Krebserkrankungen auf den Einsatz des Herbizids zurückzuführen sind. Monsanto wollte die protestierenden Veteranen mit einer Studie über die Langzeitwirkung von Dioxinen besänftigen. Dabei ging der Konzern folgendermaßen vor: 1949 gab es eine Explosion in einem Monsanto-Werk in Nitro, in dem 2,4,5-T hergestellt wurde. Die dort arbeitenden Angestellten litten nach der Explosion an Chlorakne, da sie mit den Dioxinen in 2,4,5-T in Kontakt gekommen waren ( Ein kleiner Fakt am Rande: Vor der Explosion in Nitro behauptete Monsanto Dioxine würden keine negative Wirkung auf den Organismus ausüben ). Dreißig Jahre später, zur Zeit der Veteranen-Proteste, ließ Monsanto die gesundheitlichen Werte derjenigen Arbeiter, die 49 bei der Explosion mit Dioxinen in Kontakt gekommen waren, mit denjenigen vergleichen, die keinen Kontakt mit Dioxinen hatten. Da bei den Untersuchungen jedoch ersichtlich wurde, dass Dioxine sehr wohl krebserregend waren, verfälschte Monsanto die Unterlagen so, dass aus der Untersuchung hervorging: Dioxine sind nicht krebserregend. Kein Veteran, der mit Agent Orange in Kontakt gekommen war, erhielt eine Entschä-digungszahlung – ganz zu Schweigen von den Einwohnern Vietnams.